San Francisco
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San Francisco 1-5 Tag


San Francisco gilt als Stadt der USA mit dem deutlichsten europäischen Flair. Dazu haben sicher die großen Einwandererströme von Italienern, Deutschen und Iren beigetragen, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hier niederließen. Aber auch die chinesische Bevölkerungsgruppe, die größte Enklave dieser Nationalität außerhalb Asiens, hat die Stadt geprägt. San Francisco " Downtown "ist übersichtlich und es wohnen etwas mehr als 700.000 Menschen im engeren Stadtbereich. Im Großraum San Franciscos, der sich rund um die große Bucht erstreckt, leben allerdings mehr als 6 Millionen Menschen, womit die Stadt zur viertgrößten der USA wird.




1846 fiel Kalifornien an die USA und San Francisco erlebte mit dem Goldrausch nur zwei Jahre später eine bevölkerungsmäßige und wirtschaftliche Explosion. Hunderte von Schiffen mit Goldsuchern landeten im Hafen und die Stadt wurde wichtigstes Handels- und Versorgungszentrum für die Abenteurer. Später kamen Chinesen in die Stadt, die sich als billige Arbeitskräfte im Eisenbahnbau ihren Lebensunterhalt verdienten. 1906 wurde die Stadt von einem gewaltigen Erdbeben und verheerenden Feuer heimgesucht und stark zerstört. 83 Jahre später beging die Bucht ein denkwürdiges sportliches Ereignis: Die San Francisco Giants und die Oakland Athletics standen sich am 17. Oktober 1989 in einem der Finalspiel um den amerikanischen Baseballtitel gegenüber. Kaum war die Nationalhymne gesungen, bebte die Erde wie seit 1906 nicht mehr. 62 Menschen starben - die Bay Bridge zwischen Oakland und S.F. wurde schwer beschädigt. Schuld an diesen Urgewalten ist die San Andreas-Verwerfung, wo die pazifische und die amerikanische Erdplatte in immer kürzer werdenden Abständen mit aller Macht aneinander knirschen. Und dabei sollen weder 1906 noch 1989 wirklich Super-Beben gewesen sein. Alle wissen davon, aber kaum einer spricht es aus, dieses Bewußtsein von "The Big One", jenem Superbeben, das San Francisco und Umgebung mal eben im Pazifik versinken lassen könnte. Und kommen wird es, davon sind die Geowissenschaftler überzeugt.








1776 gründeten spanische Kolonisten in der großen Bucht mit dem natürlichen Hafen eine Mission. Die 1791 erbaute Mission Dolores ist das älteste Gebäude der Stadt, und fast noch malerischer als das Gebäude selbst ist der Friedhof mit den Gräbern von Missionaren, Indianern und auch des ersten Bürgermeisters der Stadt. Allein auf dem Friedhof der Mission liegen an die 5.500 Indianer begraben, die von einer Masernepidemie dahingerafft wurden. Der Friedhof der Mission wurde allerdings weniger durch die traurige Anzahl der anonymen indianischen Gräber bekannt, als durch Hitchcocks Film "Vertigo".




Ein weltbekanntes Markenzeichen San Franciscos, ist ein öffentliches Verkehrsmittel - die Cable Car. Die erste Cable Car fuhr am 1.August 1873. Mit Hilfe der Cable Cars sollte der schwierige und gefährliche Lasttransport durch Pferde auf den steilen Straßen von San Francisco ersetzt werden. Das Prinzip der Cable Car: unter der Straße, zwischen den Schienen, läuft ein endloses Drahtseil in einem Kabelkanal.Im Maschinenhaus treibt ein 375 KW starker Elektromotor die riesigen Trommeln und Scheiben an, über die die vier Kabel der Linien laufen. Übersetzungen halten die, bis zu 6.5 Kilometer langen Kabel stets konstant gespannt. Durch einen Schlitz im Kabelkanal greift die Hebelstange samt Klaue auf das sich konstant mit 15 km/h bewegende Kabel zu. Mit der Hebelstange kann der Fahrer - Grip Man - drei Positionen einstellen: "Frei" "Schleifen" und "Greifen". Während "Frei" und "Schleifen" dem Bremsen und Halten der antriebslosen Wagen dient, setzen sich die Cable Cars bei der Position "Greifen" in Bewegung. Heute sind noch drei Cable Car Routen im Einsatz. Die Powell-Hyde-Linde ist 5,6 km lang und führt die steilsten Hügel entlang.


Mit 80.000 Einwohnern zählt Chinatown als Stadt in der Stadt und als größte chinesische Gemeinde außerhalb Asiens. Der offizielle "Eingang" zu Chinatown ist "Dragon Gate", das zwischen der Grand Avenue und der Bush Street liegt. Wir sind der Empfehlung von Lisa und Hitoshi gefolgt und haben mittags im Far East Coffee in der Grand Street gegessen - mmhh sehr gut ! Auch heute noch leben die meisten der chinesisch-stämmigen Einwohner der Stadt in dem Gebiet rund um die Grant Avenue, wo die Straßenschilder zweisprachig sind, vorwiegend chinesische Zeitungen verkauft werden und selbst Nachkömmlinge der ursprünglichen Einwanderer auch heute noch kein Englisch sprechen. Von früheren Opiumhöhlen und Bars im Rotlichtmilieu hat sich Chinatown allerdings weitgehend getrennt und ist heute eher Restaurant- und Shoppingbezirk, eben mit chinesischen Flair. Hunderte von kleinen Geschäften reihen sich an den Straßen aneinander, in denen Gewürze, Kräuter, Jadekunst und andere Waren feilgeboten werden. In den Restaurants hängen Geflügel in den Schaufenstern und über der ganzen Gegend schwebt ein ganz typischer Geruch, der sich mit einem besonders lebendigen Treiben zu einer exotischen Szenerie vermischt.



Wie die Golden Gate Bridge oder die Cable Cars zu San Francisco gehören, so gehören auch die viktoriansichen Holzhäuser zu San Francisco. Mit ihren Türmchen, Bögen und Schnörkel und der ungewöhnlichen Farbenpracht erhielten sie den Beinamen "Painted Ladies". Ende des 19. Jahrhunderts konnten die Holzhäuser als Fertighäuser über Versandfirmen für einen Preis zwischen 800 und 5.000 $ gekauft werden. Leider wurden viele dieser viktor. Häuser beim Brand von 1906, ausgelöst vom Erdbeben, zustört. Die meistfoto- grafierten liegen am Alamo Square.








Eigentlich ist es seltsam, daß sich bei der Brückenbaufreudigkeit an der Bucht noch niemand überlegt hat, auch Brücken zwischen den steilsten Erhebungen der Stadt zu bauen - der Dank mancher keuchenden Eimheimischen und Touristen wäre den Architekten sicher.Wie aus vielen Actionfilmen bekannt ist, gibt es sehr viele, auch recht ruppige Hügel. Insgesamt gibt es 43 Hügel, die das Fahren mit dem Auto zu einer Berg und Talfahrt machen. Besucher, die die Stadt größtenteils per Fuß erkunden möchten, benötigen etwas Kondition. Die größten Hügel brachten San Francisco den Beinamen "Stadt der sieben Hügel" ein. Nob Hill, Russian Hill, Telegraph Hill, Twin Peaks, Mount Davidson, Rincon und Lone Mountain. Auf und Ab ist der große Reiz der Stadt, dem das Filmpublikum seit Hitchcocks "Vertigo" und auch seit den siebziger Jahren die dt. Fernsehzuschauer mit den "Straßen von San Francisco" verfallen sind. Oder man denke an Serien wie "Hotel" und die vielen Verfilmungen in und um Alcatraz.








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